Archiv des Autors: Simon

Zur Erinnerung an den Bürgerentscheid vom 26. Juli 2015

Die Schutzgemeinschaft Osser e.V. wandert am Samstag, den 28. Juli 2018 ab 10.00 Uhr vom Sattelparkplatz aus auf den Osser.

Alle, die sich uns zum Gedenken an die Rettung des Ossers anschließen wollen – sind herzlich zum Mitwandern willkommen!

Am Abend ab 19.00 Uhr für alle Mitglieder – Grillabend im Gasthof  “Zur Sölln” in Engelshütt!

Zerstörerischer Eingriff am Osser

STELLUNGNAHME Bund Naturschutz – Aktionsbündnis macht sich gegen Kraftwerk am Osser stark – und zweifelt an der Glaubwürdigkeit der Energiefirma Vispiron.

Zum Artikel “Pumpspeicher: EEG behindert große Anlagen” (Kötztinger Umschau, 22. April 2014) nimmt Edeltraud Winterstetter, Bad Kötzting, vom Bund Naturschutz in Bayern e. V., Kreisgruppe Cham im Aktionsbündnis gegen das Pumpspeicherwerk am Osser Stellung:

“Mit dem ‘Pumpspeicher: EEG behindert große Anlagen’ trat Vispiron das erste Mal von sich aus in der Presse an die Öffentlichkeit. Wer allerdings erwartete, dass damit dieses Unternehmen der Bevölkerung im Lamer Winkel, dem Landkreis Cham und Ostbayern endlich einmal konkrete Informationen über seine Pläne zum Pumpspeicherwerk und den Standort der geplanten Speicherseen gibt, wurde wieder enttäuscht. Da schreibt Carolin Cavadias vom Team Öffentlichkeitsarbeit: ‘Warum soll die Bevölkerung Akzeptanzprobleme haben, wenn sie ausreichend informiert wird und sich eine objektive Meinung bilden kann?’

Aber genau das, so Winterstetter habe Vispiron bisher nicht getan und tue es auch dieses Mal nicht; ganz im Gegenteil.

Schöner, idyllischer Badesee…

Es werde das Wasserbecken in die bestehende Infrastruktur am Osser eingebunden und begrünt. “Mit dieser Aussage soll bei der Bevölkerung der Eindruck erweckt werden, als würde ein schöner, idyllischer Badesee entstehen”, so Winterstetter.

In Wirklichkeit werden Winterstetter zufolge Zäune und Sperranlagen die Speicherseen umgeben. Man kenne diese von anderen solchen Anlagen und sie seinen auch aus Sicherheitsgründen auch notwendig.

“Und dann muss man sich den Blick vom großen Osser auf diesen circa vier Hektar großen befestigten Stausee (eventuell mit einem hohen Damm) einmal vorstellen…! Von eingebunden kann da wirklich nicht mehr die Rede sein! Also erneut eine ganz gezielte Irreführung der Bevölkerung”, so Edeltraud Winterstetter.

“Und da helfen auch viele schöne Worte nichts: Es wird am Osser einen zerstörerischen Eingriff in die Landschaft großen Ausmaßes geben.”

Am Ende seien in dem Artikel dann noch ein paar weitere unverbindliche, allgemeine Aussagen und Versprechen angefügt worden: Es entstünden dauerhafte Arbeitsplätze… Winterstetter fragt sich: “Welche sollen denn bei einer solch voll automatisierten, computergesteuerten Anlage entstehen? Wie viele? Woher weiß das Vispiron? Wer ist der künftige Betreiber? Kennt Vispiron den schon? Fragen über Fragen, die man hätte beantworten können.”

Glaubwürdigkeit verloren

Aber so wie jetzt und bisher könne man keine Akzeptanz in der Bevölkerung erwarten – ganz im Gegenteil: “Wenn man sich so verhält wie Vispiron, dann geht das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit schon am Anfang verloren.”

Mit freundlicher Genehmigung: Auszug aus der Kötztinger Umschau vom 26.04.2014.

Heutiger Bericht von TVA

Das Video vom heutigen Bericht von TVA über das geplante Pumpspeicherwerk am Osser kann unter folgender Adresse abgerufen werden:

TVA – Landkreisfenster Cham von 28. März 2014

Es wird ab nächsten Montag auch direkt über diese Internetseite abrufbar sein. Nächste Woche wird TVA dieses Thema noch in einem längeren Bericht aufgreifen. Über den genauen Termin werden wir noch informieren, sobald dieser feststeht.

Unterschriftenliste – Download

Ich möchte, dass die einzigartige Schönheit und Ursprünglichkeit des Ossers erhalten bleibt und bin gegen den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks.

Die Liste für die Unterschriftenaktion gibt es hier zum Download:

Unterschriftenliste.pdf

Alle, die keine Möglichkeit haben, die Liste persönlich abzugeben, brauchen sich vom Sammeln nicht abhalten zu lassen und können die Liste an Erwin Molzan, Bergkrichlweg 4, 93462 Lam zurücksenden.

Bericht über das PSW am Osser im BR

Heute (23. März 2014) sendet der BR zwischen 18:00 Uhr und 18:45 Uhr einen Bericht über das Pumpspeicherwerk am Osser im Fernsehen.

Der Beitrag aus “Schwaben & Altbayern” ist jetzt in der BR-Mediathek verfügbar:
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/schwaben-und-altbayern/pumpspeicherkraftwerk-osser-102.html

Weitere Informationen und Bilder über das PSW und das Aktionsbündnis werden in den kommenden Stunden und Tagen online gestellt.

Aktionsbündnis gegen das Pumspeicherwerk

Annähernd 200 Leute haben sich zur Informationsversammlung getroffen. Die Diskussion um das beabsichtigte Projekt am Osser ist nun voll entbrannt.

  • Gerhard Weiherer hat einen Brief an Landrat Löffler geschrieben, von dem er sich eine konkrete Auskunft erhofft.
  • Weitere noch offene Fragen seien gewesen, wo der untere See hinkomme oder ob Pumpgeräusche zu hören seien.
  • Der designierte Bürgermeister Paul Roßberger jun. bekräftigte, dass noch keine genauen Planungen vorlägen und bis dahin abgewartet werde.
  • Paul Winterstetter sagte: “Wir tun uns alle noch unheimlich schwer, uns die Auswikungen auf den Tourismus vorzustellen”.
  • Innerhalb einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren müssen 100.000 Kubikmeter Gestein ins Tal, das heißt, dass über die enge Straße zigtausende Lkw rauf- und runterdonnerten. Den Tourismus auf dem Wanderweg könne man vergessen. “Wenn dann dieses Monstrum oben steht, muss eingezäunt werden.”
  • Wie man sich an anderen Standorten vergewissern könne, gebe es insbesondere im Sommer einen entsetzlichen Gestank, weil immer ein Rest Wasser im Becken bleibe, von der Mückenplage ganz zu schweigen.
  • “Ich befürchte, dass die Feriengäste, die man in drei Jahren vertreibt, nicht mehr wiederkommen.”
  • Die Lkw müssten zunächst bei der Einmüngung der Lambacher Straße in die Arberstraße durch ein Nadelöhr und dann durch den Ort.
  • Gerhard Weiherer: “Wer letztendlich entscheidet, ist absolut offen. Seehofer ist wankelmütig.” Auch bezüglich des neuen EEG, und ünerhaupt mit den erneuerbaren Energien, sei absolut alles offen.
  • “Welche Bürger werden gefragt? Die von Lam, die vom Landkreis Cham oder die von Ostbayern. Ich habe auch Reaktionen aus Pilsen und Nyrsko. Die Tschechen gehen nämlich genauso gerne auf den Osser”, nannte Erwin Molzan weitere Ungewissheiten.

Im Vorfeld der Informationsversammlung am Donnerstagabend im Hotel “Bayerwald”, die mit annähernd 200 Leuten auf großes Interesse stieß, und auch vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet wurde, gründeten Bürger des Marktes Lam, des Lamer Winkels und des Landkreises Cham soiwie die beiden Kreisgruppen des Bundes Naturschutz in Bayern e. V. und des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e. V. das Aktionbsbündnis gegen das Pumpspeicherwerk am Osser. Aus den Wortmeldungen in der Diskussionsrunde war klar herauszuhören, dass die Befürchtungen groß sind, dass der Osser verschandelt wird und dies dem Tourismus sehr schaden könnte.

“Durch den Bau eines Pumpspeicherkraftwerkes am Osser sind dort erhebliche und nachhaltige Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild zu erwarten”, heißt es in der offiziellen Begründung. Das Bündnis wolle sich gegen diese ungeheure Bedrohung des Ossers, des Wahrzeichens des Lamer Winkels, und eines der bisher noch unverbauten Berge im Bayerischen Wald zur Wehr setzen.

“Der Osser darf nicht einem solch zerstörerischen Projekt unwiederbringlich zum Opfer fallen”, argumentieren die Gegner. Die Bevölkerung soll über die Folgen und Auswirkungen des geplanten Pumpspeicherkraftwerks am Osser sachlich informiert werden. Es werde Einsichtnahme in die Entwurfspläne gefordert. Die Unterschriftenlisten würden dem Umweltminister übergeben.

“Verschiedene tschechische Naturschutzorganisationen und Bürger in CZ sind informiert. Es sind bereits etliche Rückmeldungen aus Tschechien vorhanden”, klärte der Vorsitzende über den Stand der Dinge auf. Die Vorstandschaft des Aktionsbündnisses setzt sich so zusammen: 1. Vorsitzender: Erwin Molzan, 2. Vorsitzender Erwin Pfeffer, 1. Kassier: Walter Wanniger, 1. Schriftführerin: Bettina Weiß.

Pfeffer spricht von Phantom-Objekt

Der Waldmünchner Naturfotograf Claus Wietek zeigte zur Einstimmung eine Serie toller Aufnahmen vom Osser und Umgebung. Es gebe dort verschiedene Schutzgebiete sowohl auf bayerischer als auch tschechischer Seite. Zwischen Zwercheck und Osser existieren drei FFH-Gebiete. Eines davon schließe auch die Osserwiese ein. “Genau an der Grenze zum FFH-Gebiet soll dieser obere See mit etwa drei bis vier Hektar Fläche, was drei bis vier Fußballfelder entspricht, gebaut werden”, so Wietek. “Dem Arber hat man schon eine Krone aufgesetzt. Der Osser braucht ned no oane”, sprach der Naturfotograf vielen aus dem Herzen. “Der Osser war einmal Geotop des Jahres und ist in der Liste der Hundert schönsten Geotope Bayerns aufgeführt”, sagte der Waldmünchener.

Von der technischen Seite erläuterte der Elektroingenieur Erwin Pfeffer das “Phantomobjekt”. Er habe sich die Frage gestellt, wie groß das Pumpspeicherwerk am Osser wird, nachdem dabrüber nur die Gerüchteküche gebrodelt hatte. “Ich glaube, ich habe eine Antwort gefunden, wie man diese Größe ermitteln kann”, ist der Elektroingenieur überzeugt. Aus dem unteren See, der zwischen Engelshütt und Schmelz liegen würde, solle nachts mit billigem Nachtstrom Wasser hochgepumpt werden. Tagsüber schieße das Wasser wieder zurück ins Tal und produziere den teuren Tagstrom.

“Durch die Photovoltaikflächen wird der Tagstrom jedoch billiger”, so Pfeffer. Bereits 2025 sollen Tag- und Nachtstrom gleichauf liegen. Dann rentiere sich das Speicherwerk nicht mehr.

Mittlerweile seinen verschiendene Daten durchgesickert. Zusammen mit den Bekanntmachungen von Vispiron könne man ungefähr berechnen, wie groß die Leistungsmerkmale sind. Eine PR-Panne von Vispiron sei gewesen, die Energiemenge mit 150.000 MWh/Jahr bei einem Flächenbedarf von sechs Hektar zu beziffern. Somit liege die Nennleistung im Bereich von 45 Megawatt. Da ein Megawatt laut einschlägiger Fachliteratur ungefähr eine Million Euro kostet, liege man also so ziemlich richtig. Mit entsprechenden Physikkenntnissen lasse sich berechnen, wie viel Kubikmeter Wasser hinaufgepumpt werden müssten, um tagsüber über einen Zeitraum von sieben Stunden diese Leistung zu erhalten. Das seien 360.000 Kubikmeter Wasser. Ein Vergleichsobjekt wäre der Große Arbersee mit 450.000 Kubikmeter Wasser. “Wenn der obere See nicht ganz dicht ist, mischt sich das Industriewasser mit dem Lamer Trinkwasser”, befürchtete der Redner.

Geärgert habe sich der Elektoringenieur auch über die Aussagen über die EIngriffe in die Geologie des Ossers. Dieses Pumpspeicherkraftwerk sei am ehesten zu vergleichen mit dem Teich einer Beschneiungsanlage, hieß es. Derselbige Teich am Arber habe höchstens 3.000 Quadratmeter und sei nur zehn Meter tief, habe somit ein Fassungsvermögen von 30.000 Quadratmetern. “Am Osser hätten wir das Zehnfache”, stellte der Redner gegenüber. “Vispiron möchte die Anlage kleinreden und verniedlichen”, schlussfolgerte der Beschwerdeführer.

Zur Frage, wer dem Investor den Grund und Boden verkaufe, zitierte Erwin Molzan aus der Stellungnahme der Bischöflichen Administration. Dort habe die Firma Vispiron bereits angefragt: Das Bistum habe eine Bereitstellung der Grundstücke von einer Entscheidung der bürger vor Ort abhängig gemacht. Fazit: Die Kirche werde ihr Grundstück nur dann zur Verfügung stellen, wenn das gewählte Kommunalparlament und die Naturschutzbehörden das geplante Projekt für umweltverträglich halten würden und es mehrheitlich von den Menschen akzeptiert werde.

Molzan: “Da kann viel schief gehen”

Erwin Molzan zitierte ebenso aus einem Brief eines nicht genannten Branchenkenners. Die FIrma Vispiron habe nach seinen Recherchen bis jetzt noch kein solches Pumpspeicherkraftwerk konzipiert. “Da kann viel schief gehen bei der Konzeption, Bauausführung, Bauabnahme etc. Bei Problemen bleibt Lam auf einer Bauruine sitzen”, befürchtete der Verfasser, dass Lam zum Versuchskaninchen mutiert.

Wolfgang Stipanitz aus Falkenstein sah auch das Betreiben mit Risiko behaftet. “Wahrscheinlich entsteht eine kleine Firma mit begrentem Kapital, die versucht, möglichst wenig Steuern zu zahlen. Wenn der Betrieb unwirtschaftlich ist, geht das Unternehmen in Konkurs.” Deshalb sei zu klären, ob der Landkreis oder sonstige Stellen für die Renaturierung aufkommen.

Erwin Pfeffer gab zu bedenkien, dass der Wirkungsgrad bei ungefähr 75 Prozent liege, das heißt, man müsse 25 Prozent mehr Energie hineinstecken. “Wenn sich der Strompreis angelicht, bedeutet dies 25 Prozent Verlust.”

Mittlerweile seien auch die Planungen für andere Pumpspeicherwerke am Jochberg in Bad Tölz oder Jochenstein bei Passau gestoppt. Man warte auf die neue Energiegesetzgebung, die im Mai starte und hoffe auf neue Subventionen. Die Pumpspeicherwerke müssten auch keine EEG-Umlage bezahlen, obwohl sie keiner internationalten Konkurrenz auusgesetzt seien. Sie wollten von den Leitungsentgelten (Kosten für den Stromtransport) befreit werden. Mittlerweile gebe es moderne Verfahren, die in der Entwicklung steckten und vielversprechend seien, weil sie bessere Speichermöglichkeiten böten. Allerdings seien diese Entwicklungen durch die überhastete Energiewende nicht sonderlich vorangeschritten.

Guido Kollross erkundigte sich über die 400.000 Kubikmeter Fels-Gesteisaushub. “Wo wird er hingeschafft. Bleibt das am Osser oben? Wird gesprengt?” Erwin Pfeffer: Man werde wahrscheinlich nicht ein 20 Meter tiefes Loch in die Erde sprengen, weil man dann ungefähr 50.000 Lkw-Ladungen mit Drei- und Vierachsern zum Abtransport bräuchte. “Es wird auf einen Kompromiss hinauslaufen, dass man zehn Metern in die Tiefe gräbt und dann mit dem Aushubmaterial einen zehn Meter hohen Damm aufschichtet”, sagte Erwin Pfeffer.

Josef Brunner aus Bad Kötzting (Vorstandschaft des Bund Naturschutzes) bemängelte, dass auch die Frtage nicht gelöst sei, wie der Strom weitertransportiert werde. Es müsse trassenmäßog etwas unternommen werden. “Wo soll das viele Wasser herkommen, wenn der Lambach doch nur ein kleiner Rinnsaal ist?”

Robert Riedl aus Bad Kötzting wollte wissen, wer mit der Firma Vispiron überhaupt Kontakt aufgenommen habe. Wo seinen die Verantwortlichen?

Edeltraud Winterstetter bekräftigte, dass der Landesverband und die Kreisgruppe Cham grundsätzlich gegen neue Pumpspeicherwerke seien. Auf die EInleitung eines Raumordnungsverfahrems mit Umweltverträglichkeitsprüfung habe man bis dato noch keine Antowrt erhalten. Der Vorteil dieses Antrages sei, dass die Karten auf den Tisch kämen. “Der Bund Naturschutz weiß bisher genauso wenig wie die Anderen”, sagte sie. Man habe aber auch gehört, dass es die Möglichkeit eines kleinen Genehmigungsverfahrens gebe, das natürlich verhinert werden solle. “Wir haben einen großen Gegner!”, ließ Edeltraud Winterstetter keinen Zweifel aufkommen. Karl-Heinz Schindlatz, stellvertretender Vorsitzender des LBV im Kreis Cham, verwehrte sich wegen des Auerhahngebiets gegen die Pläne. Er habe 2002 zusammen mit Fritz Reiter eine Auerhahnkartierung im Lamer WInkel gemacht. Mittlerweile habe sich der Bestand im Ossergebiet zwischen 15 und 20 Prozent erhöht.

Mit freundlicher Genehmigung: Auszug aus der Kötztinger Umschau vom 22. März 2014.